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Network Marketing – “Für mich ist das nichts”

Ich habe mein eigenes Business im Network Marketing, ohne jetzt unbedingt den Namen nennen zu wollen. Dieser spielt für den Blogpost auch keine Rolle. Denn alle Menschen, die im Network Marketing einsteigen wollen, werden mit den folgenden Vorurteilen konfrontiert. Es handelt sich daher um einen Exkurs in meine Erfahrungen und den daraus resultierenden Lehren.

Oh Gott, das ist ja Multi-Level-Marketing

Ein Vorurteil, das sich manchmal auch bestätigt. MLM ist in vielen Varianten verboten. Dennoch gibt es genügend Businesses (darunter auch meines), die legal sind. Wer fünf Minuten recherchiert, weiß Bescheid und wird nie es nie wieder verwechseln. Aber, wer will das schon, wenn man viel einfacher angewidert das Weite suchen kann. Geht auch schneller.

Gerade in sozialen Medien sind die Vorurteile fatal. Den meisten Gruppen braucht man gar nicht beitreten, wenn man mit MLM verbandelt ist. Grund ist, weil viele, die ein Business mit MLM starten, andere Gruppenmitglieder mit Nachrichten bombarierdieren und die Betroffenen sich dann genötigt fühlen die Gruppen zu verlassen und die jeweilige Person zu blocken.

Mir kommt mittlerweile persönlich das Kotzen, wenn ich einer Gruppe beitreten möchte und in den Regeln steht “MLM danke nein!” Da werde ich, ohne überhaupt jemals etwas falsch gemacht zu haben, schon abgemahnt. Kein besonders gutes Gefühl.

Also dieses ganze Networken – das wäre nichts für mich!

Bei solchen Aussagen muss ich immer lachen. Denn ohne mit Menschen in Kontakt zu treten, gibt es kein Geschäft. Jede Kassiererin wird das bestätigen können. Würde die jedes Mal die Flucht ergreifen, wenn ein Kunde an der Kassa zahlen will – lange hätte sie den Job nicht lange.

Networking ist nichts Anderes als Leuten zu erzählen, was du kannst. Daraufhin erzählen sie dir, was sie können. Und danach ziehen beide Seiten ihre Schlüsse, wie sie einander von Nutzen sein können.

Ich hatte heute ein geniales Meeting mit einem Mitglied von Bizmums. Wir saßen am Montag nebeneinander und sie erzählte mir, dass sie gerade dabei ist, ihre eigene Marketingberatung zu starten, nachdem sie jahrzehntelang angestellt war. Ich war hellhörig. Gerade insachen Marketing kann man sich nie genug austauschen. Ich lud sie also für heute zu mir nach Hause ein, stellte meine Produkte auf und erzählte ihr von der Philosophie. Sie war hellauf begeistert und hatte gleich eine Vielzahl an Ideen, wie man das vermarkten könnte. Ich schrieb fleißig mit. Am Ende fragte ich sie: “Na, jetzt haben wir so einen genialen Marketing-Plan ausgerarbeitet, willst du nicht selbst Partnerin werden und das alles umsetzen?” Sie sah mich an und meinte “Ich überlege wirklich gerade ernsthaft.” Wir telefonieren in ein paar Tagen. Sie will es auf jeden Fall ihrer Cousine erzählen, die wäre perfekt dafür ihrer Meinung nach.

Der Satz “Na, für mich wäre das nichts” erfüllt mich immer mit Stolz. Wer will schon einen Job, den jeder machen könnte? Ich persönlich wäre eine furchtbare Buchhalterin, Anwältin oder sonst etwas, das mit Zahlen und Fakten zu tun hat. Ich kann nicht einmal ein Kochrezept von Anfang bis Ende durchlesen ohne von irgendetwas abgelenkt zu werden. Ich bin sogar bereit, die Dame, die heute hier war, zu engagieren, um mich dabei zu unterstützen mich zu fokussieren und damit ihr Business ins Laufen zu bringen (der Sinn von Networking!).

Incentives – auf die Malediven fliegen – sehr nachhaltig!

Die Marke, mit der ich verbandelt bin, hat sehr hohe ethische Werte. Man wird bei dieser Firma nichts finden, das nicht nachhaltig, fair, natürlich und biologisch ist. Umso härter saß der Kommentar vor ein paar Monaten.

Was ich zu diesem Zeitpunkt dachte, war “Na, mir ist lieber, ich fliege auf die Malediven als der Vorstandsvorsitzende der Firma, für die ich mich 40 Stunden die Woche abschufte”. Heute weiß ich den Hintergrund dieser Incentives viel mehr zu schätzen. Denn es ist ein hartes Brot. Wir Networkmarketer kämpfen mit Vorurteilen, unseren Selbstzweifeln und Kritik von außen jeden einzelnen Tag. Und jeden Tag überkommen wir sie. Meist mit der Hilfe unserer Mentoren oder Teammitglieder aber im Grunde muss man sie alleine bewältigen. Wer das schafft und dabei herausragende Leistungen vollbringt, wer andere mitbegeistert und auf denselben Weg bringt – der hat sich die Reise auf die Malediven (oder was auch immer ein Incentive hergibt) wahrlich verdient. Doch es geht nicht nur um Incentives. Es geht um Anerkennung.

Ich habe im letzten Monat Zielstufe 3 erreicht. Das ist die erste Hürde, die von der Networking Firma offiziell anerkannt wird. Heute war ich völlig von den Socken, als ich eine Email der beiden Firmeninhabern erhielt, die mir zu meiner Leistung gratulierten. Mir ist keine andere Firmenstruktur bekannt, in der es so viel Anerkennung gibt, wie im Network Marketing! Und ich darf behaupten, ich hab sie fast alle ausprobiert.

Auch meine Mentorin ist eine “Mentorin” und keine Vorgesetzte. Sie hilft mir! Sie tadelt mich nicht, wenn ich meine IPAs nicht mache. Im Gegenteil. Sie fragt nach, woran das liegt und was mir helfen könnte, anstatt mich “runterzuputzen”. Die Frau ist eher meine Psychotherapeutin als meine Chefin. Und Chefs gibt es im Networkmarketing sowieso nicht.

Jedoch sitzt die Stimme meiner Mentorin in meinem Kopf und begleitet mich bei all meinen Aktivitäten. Heute kam für meine Weihnachtsfeier am Freitag eine Absage der Nachbarin. Meine erste Reaktion wäre “Na guat donn net! Brauch ich sowieso nicht!” Aber meine Haltung hat sich geändert. Denn jetzt flüsterte meine Mentorin in meinem Ohr “Komm, ruf sie an. Frag sie, wann sie Zeit hat.” und ich griff zum Hörer und wählte die Nummer. Das Ergebnis: Nächste Woche kommt sie auf einen Tee vorbei. Mein erster Gedanke nach dem Telefonat war “Das muss ich meiner Mentorin erzählen”, weil ich weiß, wie sehr sie sich für mich freuen wird. Das ist wahre Anerkennung.

Und wer so viel positive Energie geschenkt bekommt, gibt sie auch in seinem Team weiter. Eine meiner Team-Partnerinnen hat gerade eine harte Zeit. Gestern schrieb sie mir, dass sie mich gerne für ein Gespräch sehen würde. Wir vereinbarten einen Termin.

Heute Früh schrieb sie mir “Ich weiß, dass du mit deinem anderen Job so viel zu tun hast. Wir müssen uns heute nicht sehen.” Doch ich antwortete “Blödsinn! Für dich hab ich immer Zeit!” Sie war sichtlich erleichtert.

Als sie mit ihrem quengeligen Zweijährien kam, wusste ich, dass auch heute kein guter Tag für sie war. Wir setzten uns zusammen und versuchten ein Gespräch zu führen. Erst ging es nur um Fakten: Wo finde ich im virtuellen Office meine Rechnungen, was muss ich wegen der Steuer machen usw. Dann kam das Eingemachte.

“Ich habe zur Zeit solche Ängste mit Leuten zu reden. Meine Schwester und mein Schwager waren schon immer so gegen meine Ansichten. Sie haben mir vor Jahren solche Vorwürfe gemacht, als ich ihnen gesagt habe, dass ich mein Kind vegetarisch aufziehen möchte. Mittlerweile reden wir kaum noch.”

Ich hörte zu und nickte. Dann fragte ich: “Mit wievielen Leuten hast du über dein Business bisher gesprochen?” – “50 oder 60?” – “Und wie haben die so reagiert?” – “Eigentlich alle positiv. Ein Drittel meinte zwar, dass das nichts für sie sei, aber das ist ja auch ok. Der Rest wollte mehr wissen.” – “Es stehen also etwa 40 Personen auf der einen Seite und zwei Deppen auf der anderen?” Da musste sie lachen. “Ja, ich weiß, ich muss mein Mindset ändern.” Dieses Lachen war das erste, das ich seit Wochen von ihr hörte.

Zwei Stunden später schrieb sie mir ein Dankeschön: Wie gut ihr das Gespräch getan hätte und dass sie heute etwas herumtelefoniert und nun für Sonntag einen Termin hätte. Mir gibt es die größte Befriedigung, dass ich dieser wundervollen Frau heute einen Grund zu lachen gegeben habe und sie motivieren konnte ihr Business voranzubringen.

Ich schreibe diesen Blogpost, weil ich weiß, dass ich morgen schon wieder dem harten Wind der Kritik ausgesetzt sein werde. Menschen mit Vorurteilen, Menschen, die mein Busines kategorisch ablehnen. Und dann werde ich diesen Post öffnen und mich erinnern, wie toll der Weg ist, für den ich mich entschieden habe. Auch wenn ihn nicht jede(r) versteht.

Und wenn auch du im Networkmarketing tätig bist und der Wind dir Tränen in die Augen treibt, dann hoffe ich, dass dir mein Post hilft, deinen Weg wieder klarer zu sehen.

 

 

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